Tempolimit auf der A94 wie geplant aufheben! - „Was vor Corona falsch war, ist jetzt nicht richtig“

Mühldorf – „Es mutet noch immer seltsam und abenteuerlich an, da kämpft eine ganze Re-gion jahrzehntelang um eine dringend notwendige Lebensader, dann kommt diese endlich und anstatt mit großer Freude, wird diese mit einem nicht nachvollziehbaren Tempolimit belegt. Wenn ich in der Zeitung lesen muss, dass die SPD sogar ein Tempolimit von 80 km/h fordert, dann kann ich nur noch den Kopf schütteln!“, so der Kreisvorsitzende der Jungen Union im Landkreis Mühldorf am Inn, Thomas Perzl. „Das Tempolimit muss wie angedacht am 31. Juli 2020 enden!“, bestätigen auch Perzls Stellvertreterinnen Stephanie Pollmann und Sophie Sontag-Lohmayer. Auch dass die Corona-Krise dazu führen soll, das Tempolimit nun zu verlängern, lässt die Junge Union nicht gelten: „Was vor Corona falsch war, ist jetzt nicht richtig! Das Limit gilt seit dem 1. Februar, da müssen also auch noch Messungen unter Volllast vorliegen.“, so Perzl.

Der Vorstoß der Jungen Union im Landkreis ist nicht neu, so hat die Jugendorganisation der CSU, die Ge-schwindigkeitsbegrenzungen bereits im Januar scharf kritisiert. Damals wie heute gilt: „Wir wollen nie-manden gegeneinander ausspielen, ganz im Gegenteil. Ich betone auch, dass die betroffe-nen Anwohner für uns keine Nörgler oder gar Gegner sind. Wir wollen hier helfen! Deshalb fordern wir Bund und Freistaat auf, hier Ergebnisse und Lösungsvorschläge vorzulegen. Diese müssen einerseits eine Verbesserung des Lärmschutzes darstellen, andererseits aber ohne die Begrenzung von 120 km/h auskommen“, so der Kreisvorsitzende. Die JU verstehe sich auch nicht als Lobbyist von möglichen Rasern, um das ginge es nicht, sagte Perzl: „Die Durchschnittsge-schwindigkeit wird auch ohne Begrenzung nicht zwingend viel höher sein - aber ein Pend-ler soll eine freie Autobahn auch dementsprechend nutzen können. Wir bleiben dabei - die Begrenzung wird auch nicht die langfristig erhoffte Geräuschverbesserung bewirken.“

Kreisrätin Stephanie Pollmann bringt auch nochmals die Forderung eines Überholverbots für LKW in Spiel, dies war bereits im Januar eine JU Forderung: „Das sogenannte Elefantenrennen ist auf einer zwei-spurigen Autobahn nicht nur störend für Autofahrer und dem Verkehrsfluss, sondern es ist obendrein aufgrund des erhöhten Kraftstoffverbrauches auch nicht ökologisch. Viele Spe-diteure sprechen ihren Fahrerinnen und Fahrern bereits firmenintern ein Überholverbot aus.“, so Pollmann.

Abschließend plädiert die Junge Union auch dafür, wichtige Infrastrukturprojekte nicht zu verteufeln. „Die große Mehrheit im Landkreis Mühldorf sieht die A94 äußerst positiv“, sagte Pollmann. Perzl ergänzt: „Wir leben im ländlichen Raum und der Individualverkehr hat hier einen großen Stellenwert, diesen wird er nicht so schnell verlieren, wenn auch bereits wichtige Wei-chenstellungen für einen besseren ÖPNV gemacht wurden.“
Zuletzt geändert am:
18.06.2020
um 11:38 Uhr
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