"Wozu Gemeinwohlökonomie in der heutigen Zeit?" - Sehr gut besuchte Veranstaltung gab Antworten mit Impulsvorträgen und Praxiseinblicken
Landkreis Mühldorf a. Inn, 28. Juli 2026 – Wie können Unternehmen und Kommunen zukunftssicher, nachhaltig und ethisch wirtschaften? Mit dieser Frage hat sich im Juli eine Veranstaltung der Wirtschaftsförderung des Landkreises Mühldorf a. Inn in Kooperation mit der Gemeinwohl-Ökonomie Bayern beschäftigt.
Zahlreiche Unternehmen sowie Bürgermeisterinnen und Bürgermeister folgten der Einladung und so war der große Sitzungssaal des Landratsamtes voller interessierter Gäste. Praxisnahe Einblicke wechselten sich dabei mit fachlichem Know-How ab.
Was aber verbirgt sich hinter dem Begriff Gemeinwohlökonomie? Sie ist ein innovatives, nachhaltiges Wirtschaftsmodell mit dem Ziel einer ethischen Wirtschaftskultur. Als Alternative zum gegenwärtigen Wirtschaftsverständnis baut sie auf den Werten Menschenwürde, ökologische Verantwortung, Solidarität, soziale Gerechtigkeit, demokratische Mitbestimmung und Transparenz auf.
"Wirtschaftlicher Erfolg darf nicht allein an finanziellen Kennzahlen gemessen werden, sondern auch an seinem Beitrag für Mensch, Umwelt und Gesellschaft", forderte Max Heimerl in seiner Begrüßung zum Umdenken auf.
Christian Volkmer, Geschäftsführer des Unternehmens für Datenschutz und Informationssicherheit "Projekt29" und Präsident der IHK Regensburg für Oberpfalz und Kelheim gab als erster Redner einen Einblick in die Reise seines Unternehmens zur Auszeichnung mit der Gemeinwohlbilanz im letzten Jahr. Er zeigte sehr lebendig auf, dass ein Obstkorb, ein Kicker und ein Firmenrad dafür nicht ausreichen. Transparenz und Miteinander seien die Werte, die gelebt werden müssen.
Prof. Dr. Andreas Fieber von der TH Rosenheim am Campus Burghausen ging anschließend auf die Wettbewerbsvorteile ein, die Nachhaltigkeitsberichte bieten, wenn sich ein Unternehmen für eine Gemeinwohlbilanz entscheidet. Denn jedes Unternehmen muss auch in erster Linie wirtschaftlich denken. Dass beide Ansätze sehr gut zusammenspielen können, zeigte sein praxisnaher Vortrag.
Den Abschluss der Veranstaltung machte ein Profi in Sachen Gemeinwohlökonomie – Werner Furtner von der Gemeinwohl-Ökonomie Bayern e.V., dem ZamWirken e.V. und Präsidiumsmitglied im BDS - Gewerbeverband Bayern e.V.
Als Gemeinwohl-Wirtschaftspartner, Zukunftsmentor und Vortragsredner lebt er leidenschaftlich das Prinzip des Gemeinwohls und konnte hervorragend verdeutlichen, dass sich durch den Bilanzierungsprozess der Gemeinwohl-Ökonomie ein neues Denken in einer Kommune oder einem Unternehmen manifestiert, von dem alle nachhaltig profitieren.
Nach der Veranstaltung nutzten viele Gäste den restlichen Abend zu angeregten Diskussionen und zum Netzwerken. "Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit sind zentrale Themen für unsere regionale Wirtschaft," so Michaela Linner, Leiterin der Wirtschaftsförderung des Landkreises. "Dass wir heute mit dieser hochkarätig besetzten Veranstaltung wieder einen Nerv der Zeit getroffen haben, zeigen uns die vielen Gespräche bis lange nach der Veranstaltung. Wir werden dieses Thema sicher weiterverfolgen".
Das Bild der Pressestelle des Landratsamtes zeigt: "Gemeinwohlökonomie in der heutigen Zeit" - Anwendungen dazu zeigte die Veranstaltung mit (von links nach rechts) Prof. Dr. Andreas Fieber (TH Rosenheim, Campus Burghausen), Michaela Linner (Leiterin Wirtschaftsförderung des Landkreises Mühldorf a. Inn), Werner Furtner (Gemeinwohl-Ökonomie Bayern e.V., ZamWirken e.V., Präsidium BDS Gewerbeverband Bayern e.V.) und Christian Volkmer (Geschäftsführer des Unternehmens für Datenschutz und Informationssicherheit "Projekt29")