Traditionsvolksfest der Kreisstadt Mühldorf a. Inn – polizeiliches Fazit
Am Montagabend endete nach elf intensiven Veranstaltungstagen das Traditionsvolksfest der Kreisstadt Mühldorf a. Inn. Seitens der PI Mühldorf wird ein positives Fazit gezogen. Mit 250.000 Besuchern kann ein sehr arbeitsreicher, aber dennoch weitgehend friedlicher Verlauf konstatiert werden.
Wie schon die letzten Jahre waren die besucherintensiven Freitage und Samstage für die polizeilichen Einsatzkräfte besonders relevant. So auch am zurückliegenden Wochenende.
Am Freitagabend, 04.09.2026, gegen 23:10 Uhr, provozierte ein 17-Jähriger aus dem Landkreis Altötting eine Gruppe von Jugendlichen. Als der 17-Jährige begann, Personen in der Gruppe zu schubsen entwickelte sich ein wechselseitiges Gerangel. Mehrere Personen wurden verletzt. Der genaue Ablauf ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen.
Am Samstagabend, 05.09.2026, gegen 23.15 Uhr, sollte ein 33-jähriger Mühldorfer durch den Sicherheitsdienst aus einem Festzelt verbracht werden. Hiergegen wehrte sich der 33-Jährige. Polizeiliche Einsatzkräfte wurden auf die Situation aufmerksam und unterstützte den Sicherheitsdienst. Der 33-Jährige widersetzte sich auch den polizeilichen Anweisungen zum Verlassen des Festzeltes. In der Folge kam es durch den 33-Jährigen zu Widerstandshandlungen und Beleidigungen.
Am Sonntagmorgen, 06.09.2026, 02.50 Uhr, versuchte ein 28-Jähriger aus Augsburg eine 18-Jährige aus dem Landkreis Altötting gegen deren Willen auf den Mund zu küssen. Die 18-Jährige konnte den Kopf wegdrehen, so dass der 28-Jährige die Wange berührte. Auch fasste der 28-Jährige der 18-Jährigen an das Gesäß. Eine Anzeige wegen Belästigung wurde aufgenommen. Gegen den 28-Jährigen wurde ein städtisches Betretungsverbot, auch für das Jahr 2027, ausgesprochen.
Am Sonntagabend, 06.09.2026, 23.15 Uhr, zeigte ein 23-Jährige aus dem Landkreis Mühldorf beim Verlassen des Geländes ggü. einer Streife der Festwache den Hitlergruß. Gegen den 23-Jährigen und eine 22-jährige Begleiter musste Platzverweise ausgesprochen werden. Eine Strafanzeige wird vorgelegt.
Am Montagabend, 07.09.2026, kam es gegen Mitternacht zu einem Widerstand und tätlichen Angriff auf Polizeibeamte durch eine Minderjährige. Die 13-jährige war zusammen mit ihrer Familie aus München angereist. Da ihr das Mühldorfer Volksfest sehr gefiel, war es ihrer Familie trotz leichtem Druck und Zwang nicht möglich, die 13-jährige zum Heimfahren zu bewegen. Daher holten die Angehörigen die Polizei mit dazu. Trotz intensiver Bemühungen und intensiven Gesprächen war die 13-jährige nicht dazu zu bringen, ins Familienfahrzeug einzusteigen. Erst unter Anwendung unmittelbaren Zwangs konnte das Mädchen aus dem Gelände gebracht werden. Hierbei wehrte sie sich so heftig, dass eine Polizeibeamtin leicht verletzt wurde. Widerwillig trat die 13-jährige den Heimweg zusammen mit ihrer Familie an.
In der Mainstraße außerhalb gerieten zwei Heranwachsende gegen 21.55 Uhr mit einer Jugendgruppe aus etwa acht beteiligten aneinander. Hierbei kam es zur Bedrohung und Körperverletzung gegen die Heranwachsenden. Ermittlungen der Polizei wurden eingeleitet, zumindest ein Beteiligter konnte bereits identifiziert werden. Gegen die Beteiligten wurde ein Strafverfahren eingeleitet.
Gegen 19.15 Uhr wurden vier Jugendliche aus Burghausen, ein Eritreer, ein Syrer, ein Somalier und ein Deutscher dabei erkannt, dass sie wahllos Besucher anpöbelten, anrempelten und sich insbesondere Frauen gegenüber unflätig benahmen. Aufgrund des nicht zum Volksfest passenden Verhaltens wurde den Jugendlichen ein Platzverweis ausgesprochen.
Bereits im Vorfeld des Volksfestes wurde Personen, die in der Öffentlichkeit aufgrund z.B. Aggressivität aufgefallen waren, durch die Stadt Mühldorf ein Betretungsverbot für das Volksfestgelände erteilt. Ein 27-jähriger hielt sich nicht daran und wurde bereits am 03.09. erneut des Platzes verwiesen. Am Montagabend wurde er schließlich wieder angetroffen. Erneut wurde ihm ein Platzverweis ausgesprochen. Da der Bescheid der Stadt Mühldorf sanktionsbewährt ist, werden ihn seine Besuche mehrere hundert Euro kosten.
Über die elf Veranstaltungstage wurden u.a. acht Körperverletzungsdelikte, vier Eigentumsdelikte, drei Belästigungen sowie drei Bedrohungen angezeigt. In vier Fällen kam es zu Widerstandshandlung bzw. Beleidigungen zum Nachteil der Einsatzkräfte.
Fünf Personen missachteten das städtische Betretungsverbot. Diese erwartet nun ein Zwangsgeld.
Drei Personen mussten in polizeiliches Gewahrsam genommen werden. Gegen neun Festbesucher wurde ein Platzverweis ausgesprochen. An den Wochenenden wurden zahlreiche Jugendschutzkontrollen durchgeführt. Zwei Trunkenheitsfahrten wurden vor Fahrtantritt unterbunden.
Durch den täglichen Betrieb einer Festwache sowie Streifengängen auf und um das Veranstaltungsgelände war die Polizei stets als Ansprechpartner für die Sicherheit vor Ort anwesend. Viele Konflikte konnten durch schnelles und konsequentes Einschreiten bereits im Keim erstickt werden, so dass in sehr vielen Fällen die Begehung von Straftaten verhindert wurde.
Positiv hervorheben möchten wir die gute und professionelle Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Kreisstadt Mühldorf a. Inn, der Veranstaltungsleitung, dem Bauhof, der Feuerwehr Mühldorf und dem BRK Mühldorf.